08.02.2026
Der Start ins neue Jahr oder in eine neue Routine fühlt sich für viele
Menschen herausfordernd an. Für Menschen mit COPD gilt das in
besonderem Maße. Atemnot, eingeschränkte Belastbarkeit und schwankende
Symptome können dazu führen, dass selbst kleine Vorhaben an manchen
Tagen kaum umsetzbar erscheinen.
Motivation wird dabei häufig missverstanden. Sie ist kein dauerhafter
Zustand, sondern verändert sich – abhängig von Gesundheit, Tagesform
und äußeren Umständen. Gerade bei fortgeschrittener COPD ist es
wichtig, Motivation nicht an Perfektion oder tägliche Leistung zu
knüpfen. Stattdessen geht es darum, einen realistischen und
mitfühlenden Umgang mit den eigenen Möglichkeiten zu entwickeln.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Motivation bei COPD entstehen
kann, warum Rückschläge dazugehören und wie Sie auch bei einem
schwierigen Start langfristig am Ball bleiben.
Dranbleiben mit Überblick
Die Breathment-App hilft Ihnen dabei, Ihre Atemtherapie und
Symptome im Blick zu behalten und Fortschritte sichtbar zu
machen – auch in Phasen mit weniger Motivation.
Motivation ist kein Dauerzustand
Viele Menschen setzen sich unter Druck, motiviert sein zu müssen. Doch
Motivation schwankt – bei COPD oft stärker als bei gesunden Menschen.
Tage mit mehr Atemnot, Erschöpfung oder Husten können die
Bereitschaft, Routinen einzuhalten, deutlich senken.
Wichtig ist zu verstehen: Fehlende Motivation ist kein Zeichen von
mangelndem Willen. Sie ist häufig eine direkte Folge der Erkrankung.
Wer dies akzeptiert, kann besser mit schwierigen Phasen umgehen und
vermeidet unnötige Selbstvorwürfe.
Ein hilfreicher Perspektivwechsel besteht darin, Motivation nicht als
Voraussetzung für Handlung zu sehen, sondern als Ergebnis kleiner,
machbarer Schritte.
Kleine Erfolge statt großer Erwartungen
Gerade zu Beginn scheitern viele Vorhaben an zu hohen Erwartungen. Wer
sich vornimmt, sofort alles zu verändern, erlebt Rückschläge als
besonders frustrierend. Bei COPD ist es sinnvoller, den Fokus auf
kleine Erfolge zu legen.
Ein kleiner Erfolg kann sein:
-
eine kurze Atemübung trotz wenig Energie
-
das bewusste Einlegen einer Pause
-
das Wahrnehmen eines stabileren Atemgefühls
-
das Festhalten von Symptomen an einem schwierigen Tag
Diese Erfolge wirken auf den ersten Blick unscheinbar, sind aber
entscheidend für langfristige Motivation. Sie zeigen, dass auch an
herausfordernden Tagen etwas möglich ist.
Wie realistische Ziele dabei helfen, lesen Sie im Beitrag
Realistische Gesundheitsziele bei COPD setzen.
Rückschläge als Teil des Weges akzeptieren
Rückschläge gehören bei COPD zum Alltag. Infekte, Wetterumschwünge
oder Stress können Symptome kurzfristig verstärken. Wichtig ist, diese
Phasen nicht als Scheitern der eigenen Vorsätze zu bewerten.
Motivation bleibt eher erhalten, wenn Rückschläge als normaler
Bestandteil der Erkrankung verstanden werden. In solchen Phasen darf
das Pensum reduziert werden. Auch eine verkürzte Atemtherapie oder
eine bewusste Ruhephase kann sinnvoll und unterstützend sein.
Wer lernt, flexibel zu reagieren, bleibt langfristig eher in Kontakt
mit der eigenen COPD Therapie, als jemand, der bei Abweichungen alles
infrage stellt.
Routinen als Stabilitätsanker
Kleine Routinen können in Phasen niedriger Motivation eine wichtige
Stütze sein. Sie geben Struktur, ohne viel Entscheidungskraft zu
verlangen. Gerade wenn Motivation fehlt, ist es hilfreich, auf
etablierte Abläufe zurückgreifen zu können.
Eine feste, kleine Routine kann zum Beispiel eine kurze Atemübung am
Morgen oder eine bewusste Atemtechnik bei Belastung sein. Solche
Routinen müssen nicht perfekt umgesetzt werden. Entscheidend ist, dass
sie Orientierung bieten.
Wie kleine Routinen aufgebaut werden können, erfahren Sie im Beitrag
Kleine Routinen statt großer Vorsätze bei COPD.
Fortschritte sichtbar machen
Motivation entsteht oft dann, wenn Fortschritte erkennbar werden. Bei
COPD sind diese Fortschritte häufig subtil und entwickeln sich
langsam. Das bewusste Festhalten von Atemübungen, Symptomen oder
Belastungsgrenzen hilft, Veränderungen über längere Zeiträume
wahrzunehmen.
Gerade bei fortgeschrittener COPD kann diese Dokumentation auch dabei
unterstützen, den eigenen Zustand realistisch einzuschätzen und
Gespräche mit behandelnden Fachkräften zu erleichtern. Sie zeigt, dass
auch kleine Schritte Wirkung zeigen können.
Eine übergeordnete Einordnung zum Thema Neujahrsvorsätze finden Sie im
Pillar-Artikel
Neujahrsvorsätze: Gesundheitsziele richtig setzen | Breathment.
Fazit: Motivation bei COPD neu denken
Motivation bei COPD bedeutet nicht, jeden Tag gleich leistungsfähig
oder optimistisch zu sein. Sie entsteht durch Akzeptanz, kleine
Schritte und einen realistischen Blick auf die eigene Situation. Ein
schwieriger Start ist kein Hindernis, sondern Teil des Weges.
Wer sich erlaubt, Pausen zu machen, Routinen anzupassen und auch
kleine Erfolge wertzuschätzen, schafft eine stabile Grundlage für
langfristiges Dranbleiben – im eigenen Tempo.